Die Fußball-WM 2018 in Russland

Die 21. Auflage der Fußball-Weltmeisterschaft findet zum ersten Mal in Russland statt. Vom 14. Juni bis zum 15. Juli kämpfen die 32 besten Nationalmannschaften der Welt um den Weltpokal, den 2014 in Brasilien Deutschland zum vierten Mal gewinnen konnte. Der Titelverteidigung ist nun ebenso wieder am Start wie Rekordweltmeister Brasilien und weitere Top-Teams wie Spanien, Frankreich oder Argentinien, die den Kreis der Favoriten bilden. Mit Island und Panama sind aber auch zwei Neulinge dabei, die genau wie alle anderen Nationen sicher Farbtupfer hinterlassen wollen.

Vermissen dürfte derweil der eine oder andere Fan drei große Fußball-Nationen, denen es nicht gelungen ist, das WM-Ticket zu lösen. Sowohl Italien und die Niederlande in Europa als auch Chile in Südamerika blieben in den Qualifikation hängen. Überraschend auch nicht dabei ist die USA und mit der Elfenbeinküste, Ghana sowie Kamerun fehlen aus Afrika drei Länder, die traditionell über gute exzellente Fußballer verfügen.

Spielorte

Wolgograd Arena
Wolgograd Arena (Foto: © Alexxx1979 / CC BY-SA 4.0 / via Wikimedia Commons)

Die WM 2018 wird in zwölf Stadien in elf Städten Russlands ausgetragen. Zwei Stadien finden sich mit dem Spartak-Stadion und dem Olympiastadion Luschniki in der Hauptstadt Moskau. Das Luschniki-Stadion ist mit 81.000 Plätzen nicht nur das größte der WM, sondern auch Schauplatz der wichtigsten Spiele. Am 14. Juni eröffnet dort Gastgeber Russland im Duell mit Saudi-Arabien die WM und auch das Endspiel am 15. Juli steigt dort.
Bis auf Jekaterinburg, den östlichsten Spielort, liegen alle WM-Städte im europäischen Teil Russlands mit Kaliningrad in der russischen Enklave als westlichstem Austragungsort.

Gespielt wird darüber hinaus in Nischni Nowgorod, St. Petersburg, Rostow am Don, Sotschi, Samara, Saransk, Kasan und Wolgograd.

Favoriten und Underdogs

Mit Titelverteidiger Deutschland, Rekordweltmeister Brasilien sowie den starken Teams aus Frankreich und Spanien gelten vier Nationen als Top-Favoriten. Darüber hinaus sind aber einige weitere, mit sehr guten Spielern gespickte Mannschaften in Russland dabei, denen der ganz große Wurf zuzutrauen ist. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang sicherlich Europameister Portugal und Vize-Weltmeister Argentinien, die mit den wohl unbestritten besten Fußballern der letzten Dekade, Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, anreisen. Aber auch Teams wie England, Kroatien, Uruguay, Kolumbien oder Belgien sind sicherlich zu beachten. Möglicherweise auch Gastgeber Russland, sofern die Sbornaja einen guten Start erwischt und dann ähnlich wie 2002 Südkorea vom heimischen Publikum auf einer Welle durch das Turnier getragen wird.

Russland - Brasilien (2018)
Gastgeber Russland vor dem Testspiel gegen Brasilien im März (Foto: © Дмитрий Садовников / CC BY-SA 3.0 / via Wikimedia Commons)

Die Neulinge Panama und Island gehören derweil sicherlich zu den Außenseitern, wobei sich Island schon bei der EM 2016 in dieser Rolle sehr wohl gefühlt und beim allerersten Auftritt bei einem großen Turnier beinahe sensationell das Viertelfinale erreicht hat. Dass ähnliches auch bei einer Weltmeisterschaft möglich ist, hat 2014 die Auswahl Costa Ricas gezeigt, die in der Gruppe Italien und England hinter sich ließ und erst im Viertelfinale nach Elfmeterschießen an der Niederlande scheiterte.

Gespannt sein darf man auch auf zwei afrikanische Länder, die jeweils von einem Star des FC Liverpool angeführt werden. Ägypten mit Mohamed Salah konnte sich erstmals seit 1990 wieder qualifizieren und hofft, dass der Torjäger gut in Form ist. Salahs Vereinskollege Sadio Mane hat wesentlich dazu beigetragen, dass es dem Senegal nach 2002 zum erst zweiten Mal gelungen ist, sich zu qualifizieren. Dass die “Löwen von Teranga“ vor 16 Jahren in Japan und Südkorea direkt ins Viertelfinale eingezogen sind, sollte freilich Grund genug sein, um Mane und Co. nicht zu unterschätzen. Mit Nigeria ist noch ein drittes afrikanisches Land gut besetzt, was aber schon in der Vergangenheit oft der Fall war, als die SuperEagles nicht selten an mangelnder (taktischer) Disziplin gescheitert sind. Marokko und Tunesien wird derweil ähnlich wie Saudi-Arabien und dem Iran eher weniger zugetraut.

Highlights der Vorrunde

Richtig spannend wird es bei einer WM zwar stets erst in der K.o.-Phase, doch auch in der Vorrunde stehen schon einige Kracher auf dem Programm. In Gruppe B gibt es neben Marokko und dem Iran mit Spanien und Portugal zwei klare Favoriten, deren direktes Aufeinandertreffen gleich am zweiten Tag des Turniers (15. Juni) auf tollen Fußball hoffen lässt und das vermutlich auch die Entscheidung über den Gruppensieg bringen wird. Ähnlich sind die Voraussetzungen in Gruppe G, in der allgemein erwartet wird, dass sich Belgien und England gegenüber Panama und Tunesien klar durchsetzen werden. Das Direktduell am 28. Juni könnte wiederum zum Finale um den Gruppensieg werden.

Einen heißen Kampf um die Plätze im Achtelfinale versprechen derweil andere Gruppen. In Gruppe A mit Gastgeber Russland, Uruguay, Ägypten und Saudi-Arabien fehlt ein absoluter Top-Favorit, sodass vieles möglich scheint. Ebenso in Gruppe C, in der Peru, Dänemark und Australien vermutlich um einen Platz im Achtelfinale neben Frankreich kämpfen. Richtig eng könnte es in Gruppe D zugehen, in der es Vize-Weltmeister Argentinien nicht nur mit einer stark besetzten Auswahl Kroatiens zu tun bekommt, sondern auch mit EM-Überraschung Island und Nigeria, dem vielleicht stärksten afrikanischen Team bei dieser WM. Wie in Gruppe C wird es wohl auch in Gruppe E nur um einen Platz in der Runde der letzten 16 gehen, wird doch allgemein erwartet, dass sich Brasilien durchsetzen kann. Doch dahinter scheint zwischen Serbien, der Schweiz und Costa Rica vieles möglich. Ebenso in Gruppe F, in der Deutschland auf dem ersten Platz erwartet wird, in der dahinter aber Mexiko, Schweden und Südkorea auch das Weiterkommen zuzutrauen ist. Die vielleicht ausgeglichenste Konstellation hat im Vorfeld die Gruppe H zu bieten, in der es wiederum einen klaren Favoriten gibt. Polen, Kolumbien, der Senegal und Japan verfügen allesamt über gut besetzte Teams, zwischen denen Kleinigkeiten den Ausschlag geben könnten.

WM Tickets

Nachdem beim Confederations Cup 2017 doch in einigen Stadien größere Lücken klafften, wird die WM 2018 vor vollen Rängen stattfinden. Schon Anfang Mai waren laut Alexej Sorokin, dem Generaldirektor des Organisationskomitees mehr als 2,3 Millionen Tickets und damit 89 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden Eintrittskarten verkauft. Knapp die Hälfte der Karten ging an russische Fans, aber auch aus dem Ausland war die Nachfrage enorm.

Seit dem 18. April läuft die finale Verkaufsphase, in der die noch verfügbaren Karten erworben werden können. Dabei gibt es keine Bewerbungsfrist mehr, sondern wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Allzu lange sollte man also nicht mehr warten, sofern man live vor Ort dabei sein will. Tickets gibt es allerdings nur noch für wenige Paarungen der Vorrunde. Ab dem Achtelfinale sind alle Spiele bereits ausverkauft.